Mein 5 Schritte Möbel Makeover (und meine Tipps für dein nächstes Projekt)

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Auch, wenn ich durch Corona nicht unbedingt mehr Zeit habe, als vorher auch (die Uni geht ja schließlich weiter..) hatte ich Lust, die aktuelle Situation zu nutzen, um ein bereits lang ausstehendes Projekt anzugehen: Ich brauchte einen Schreibtisch für die Wohnung meines Freundes. Die letzten Monate habe ich damit verbracht, entweder im Bett oder an seinem Schreibtisch zu lernen, wenn ich bei ihm war. Ich hatte dort also nie meinen eigenen Lernspace. Dass das nicht optimal für die Produktivität ist, brauche ich wohl gar nicht erst erwähnen.

Also habe ich mich ein wenig auf eBay Kleinanzeigen umgeschaut und letztendlich einfach ein riesen Glück gehabt. Denn ich habe etwas gefunden, was für die Wohnsituation mit meinem Freund sogar noch viel besser ist, als ein zweiter Schreibtisch: einen Sekretär. Und zwar kostenlos. 

Der Haken an der Sache: Das Möbelstück hatte seine besten Tage definitiv hinter sich. Ich war als Kind ein großer Fan davon, meine Möbel anzukritzeln und offensichtlich hatte besagter Sekretär eine ebenso “kreative” Besitzerin gehabt. Er war übersät mit Kuli-Malerein, eingeritzten Namen und einigen (teils sehr tiefen) Macken. Aber ich hatte ja nach einem Projekt gesucht, also ließ ich mich davon nicht abschrecken. Ich fuhr die 40 Kilometer, holte den Sekretär ab und besorgte mir bei Bauhaus einen Topf Farbe.

Und dann begann ich mit dem Umstyling (und habe 1-2 Fehler gemacht, von denen ich dir hier erzähle, damit du sie bei deinem nächsten Projekt vermeiden kannst).

Schritt 1: Das Gröbste ausbessern

Wie gesagt, waren die tiefen Macken so ziemlich das größte Problem. Also habe ich mir hier ausreichend Zeit genommen, um sie ordentlich auszubessern, damit ich hinterher keine scharfen Kanten mehr habe, an denen ich mit meinen Klamotten hängen bleibe oder mir Splitter hole.

Dazu habe ich Holzreparaturspachtel (oder auch einfach Holzpaste genannt) verwendet und ihn großzügig auf die Macken aufgetragen. Dabei muss man ihn schön fest in die Macke reindrücken, damit er auch die ganze Kerbe ausfüllt. Hierbei kannst du ruhig so viel verwenden, dass er nicht mehr ebenmäßig mit dem Holz abschließt – alles Überschüssige schleifst du hinterher einfach weg.

Danach habe ich die Griffe abmontiert, da ich sie versetzen wollte. Statt jeweils zwei Griffen an der Klappe und der Schublade, wollte ich dort später jeweils nur einen Griff in der Mitte anbringen. Nachdem die Griffe ab waren, habe ich dann auch die Löcher der Schrauben gefüllt, sodass man am Ende nicht mehr sehen kann, wo die Griffe ursprünglich einmal waren.

Macken mit Holzpaste gefüllt
Möbelgriffe abmontiert
Lose Schubladenfront

Hier ist dann leider auch schon der erster Fehler passiert. Ich habe vergessen, die Löcher auf der Innenseite der Klappe (also der Schreibtischplatte) zu stopfen. Stört mich zum Glück nicht, aber als kleine Warnung: schau am Ende immer noch einmal überall drüber, ob du wirklich alle Löcher zugespachtelt hast, denn wenn du erst mal mit dem Streichen begonnen hast, ist es zu spät.

Auch die Schubladen hatten schon etwas unter der Benutzung gelitten. Die Holzdübel schauten ein gutes Stück heraus, wodurch die Schublade nicht mehr sauber mit dem Möbelstück abgeschlossen hat. 

Hierfür habe ich die Schubladenfront entfernt, die Dübel rausgezogen und mit Holzleim neu verklebt. Danach habe ich das frisch Geklebte mit je einem Ziegelstein beschwert.

Schritt 2: Holz schleifen

Das Schleifen war ehrlich gesagt der aufwendigste Teil des Projektes. Ich habe zum Glück einen elektronischen Dreieckschleifer von meinem Opa zur Hand gehabt, sonst hätte mich dieser Schritt wohl dreimal so viel Zeit gekostet.

Zuerst habe ich mit der Maschine die großen Flächen abgeschliffen und dort besonders bei der getrockneten Holzpaste gründlich gearbeitet, damit man später keine Erhebungen mehr sehen würde; an einer Seite habe ich das leider ein wenig vernachlässigt und dort sieht man (wenn man genau hinguckt) auch noch die Umrisse der Spachtelmasse – arbeite hier also gründlich und verlasse dich lieber nicht darauf, dass die Farbe diese kleinen Unebenheiten von selbst ausgleichen wird.

Große Flächen mit elektrischem Schleifgerät schleifen
Kleine Flächen von Hand mit Schleifpapier schleifen

Für die schmalen Flächen und die Verzierungen habe ich dann einfaches Schleifpapier verwendet. Achte hier unbedingt darauf, dass du kein Schleifpapier mit einer zu groben Körnung verwendest, weil das nichts bringt außer Kratzer im Holz. Als Faustregel kannst du bei Naturholz (also ohne eine Lackschicht drauf) mit einer 180er Körnung eigentlich nichts falsch machen.

Schritt 3: Säubern und Streichen

Nach dem Abschleifen habe ich mit einem Handfeger den gröbsten Staub entfernt und anschließend noch einmal mit einem nassen Schwamm nachgewischt. Das ist ein extrem wichtiger Schritt, da die Farbe nicht halten wird, wenn der Untergrund staubig oder nass ist. Außerdem können sich Staubreste mit der frisch aufgetragenen Farbe vermischen und dazu führen, dass sie fleckig wird. 

Nachdem das Möbelstück sauber und die Oberfläche wieder vollkommen trocken war, konnte ich dann endlich mit dem Streichen beginnen. Und hier habe ich meinen größten Fehler begangen: ich war zu faul, zu grundieren. Wenn man Naturholz anstreicht, kann es immer passieren, dass die braune Farbe des Holzes durch die (weiße) Farbe durchschlägt. Da nützt es dann auch nichts, fünf Mal über die Oberfläche drüber zu streichen, am Ende bleibt immer ein unschöner und meist fleckiger Gelbstich. Das kannst du mit einem Holzisoliergrund vermeiden. Er sorgt dafür, dass die verfärbenden Inhaltsstoffe des Holzes nicht durch die neue Farbe durchkommen. Das Gute: Holzisoliergrund kostet nicht die Welt und bedeutet normalerweise auch keinen extra Arbeitsschritt. Denn die meisten dieser Lacke sind schon weiß eingefärbt und wirken somit wie eine erste Farbschicht für ein weißes Möbelstück oder bieten eine gute Grundlage, wenn du später einen Buntlack auftragen willst.

Galtte Oberflächen vorher mit einer Haftgrundierung behandeln
Holz weiß anstreichen mit weißem Buntlack
Der Unterschied: mit und ohne Holzisoliergrund

Auf Pressspan Oberflächen oder an Stellen, an die ich mit meinem Schleifpapier nicht rangekommen bin, habe ich vor dem Streichen zusätzlich eine Haftgrundierung aufgetragen. Die gibt es ganz praktisch in der Sprühdose, sodass die Grundierung in jede kleinste Ecke kommt. 

Diese Haftgrundierung ist wichtig, damit die Farbe trotz fehlendem Schliff später auf dem glatten Untergrund haften bleibt und du sie mit deinem Pinsel nicht einfach nur hin und her wischst.

Schritt 4: Oberflächenschutz auftragen

Insgesamt habe ich (dank des fehlenden Holzisoliergrundes) je nach Stelle drei bis vier Anstriche gebraucht, um ein schönes Weiß hinzubekommen. Damit die hart erarbeitete weiße Farbe auch von Dauer ist, habe ich am Schluss noch einen durchsichtigen Schutzlack* aufgetragen. Den habe ich über das gesamte Möbelstück gepinselt und an den Stellen, die man oft anfasst oder auf denen man oft etwas abstellt, habe ich gleich drei Schichten aufgetragen.

Schritt 5: Neue Griffe für einen edlen Look

Wie von Anfang an geplant, habe ich die Standard Holzgriffe gegen neue Griffe aus Metall ausgetauscht. Leider waren die genauso teuer wie ein Topf Farbe, aber das waren sie mir wert, weil sie meiner Meinung nach den Look eines Möbelstücks enorm verändern können. Die Griffe habe ich bei Knauber gefunden.

Ich habe sie ziemlich unprofessionell nach Augenmaß in der Mitte angeschraubt (einfach mit einem Akkubohrer vorgebohrt und dann reingedreht). Im Idealfall misst man vorher mit Hilfe einer Wasserwage und einem Zollstock die perfekte Position aus.

Neue Griffe für einen edleren Look

weiß angestrichener Sekretär mit goldenen Griffen
Der fertig umgestaltete Sekretär
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Ich bin Marina, 20 Jahre alt, und ich studiere Online-Redaktion in Köln. Wenn ich nicht gerade lerne oder mich mit Freunden treffe, durchstöbere ich Pinterest & Co auf der Suche nach neuen Interior Trends …

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