Kreidefarbe selbst machen: Die günstigste und praktischste Variante

Links, die mit einem * gekennzeichnet sind, sind sogenannte Affiliate Links. Kaufst du das verlinkte Produkt über diesen Link, erhalte ich eine kleine Provision vom jeweiligen Shop. Dich kostet das keinen Cent extra.

Wenn du selbst gerne Möbel transformierst, bist du ihr früher oder später sicher schon begegnet: Kreidefarbe. Kreidefarbe (englisch: “Chalk Paint”) ist eine Farbe auf Wasserbasis mit einer hohen Deckkraft und einem matten, leicht sandigen Finish. Durch diese Struktur hat sie einen besonders guten Halt und kann auch auf relativ glatten Oberflächen aufgetragen werden. Das bedeutet: Möbel streichen ohne schleifen.

Das Problem: Kreidefarbe ist sehr teuer. Meistens findet man sie in speziellen Aufstellern im Baumarkt, in mini-kleinen Farbtöpfen, aber zum großen Preis. Manche Varianten sind nicht ganz so teuer, ich möchte dir heute aber eine Variante vorstellen, die jeden Preis unterbietet: Meine selbst gemixte Gips-Farbe.

Meine Gips-Farbe hat einige entscheidende Vorteile:

  • günstig
  • sehr einfach anzumischen (beinhaltet nur 2 Zutaten)
  • kann als Lack, Farbe oder Grundierung hergestellt werden
  • du bist nicht auf die begrenzte Farbauswahl von Kreidefarben beschränkt
  • kaschiert Kratzer und kleine Macken
  • ermöglicht Streichen, ohne Oberflächen vorher anzuschleifen!

Ich habe die selbstgemachte Gips-Farbe nun schon für rund 10 Möbel Makeover verwendet und bin jedes Mal begeistert davon, wie sehr sie den Prozess vereinfacht. Denn, wie ich schon im Blogpost zum Nachttisch Makeover erwähnt habe, gleicht die Gips-Farbe wegen ihrer gröberen Struktur kleine Unebenheiten aus und kaschiert so hervorragend Kratzer und kleinere Macken. Wenn man eine Tischplatte überarbeitet, die schon sehr gelitten hat, ist das sehr hilfreich. Denn anstatt die komplette Platte mit Holzfüller zu bearbeiten, muss man nur tiefe Macken damit auffüllen und kann den Rest einfach mit der Farbe überstreichen. Das spart Zeit und Nerven.

Diese Zutaten benötigst du für Gips-Farbe

Für die Mixtur braucht ihr nur zwei Zutaten: Gips und Farbe. Mind-Blowing, ich weiß. Den Gips, den ich verwende, habe ich vor Ewigkeiten mal bei Obi gekauft. Es ist ein 1,5 kg Beutel Modell-Gips für nicht einmal 4 Euro. Die Textur ist relativ fein, aber trotzdem griffig genug, weshalb dieser Gips sich so perfekt als Kreidefarbe Alternative eignet. Je nachdem, ob du eine feinere oder gröbere Farbkonsistenz haben willst, kannst du auch feineren oder gröberen Gips verwenden (im Baumarkt gibt es verschiedene Varianten zur Auswahl). Ich habe aber sehr gute Erfahrungen mit Modell-Gips gemacht und kann ihn daher nur empfehlen.

Als Basis nimmst du eine Farbe deiner Wahl. Ich verwende aufgrund des Preis-Leistungs-Verhältnisses einfache Wandfarbe, du kannst aber auch Lacke oder sogar Grundierungen, bzw. Holzisoliergrund als Kreidefarbe anmischen. Das mache ich immer bei Holzmöbeln, die ich Weiss streichen möchte, damit ich direkt eine erste griffige Schicht Farbe habe, die auch gleichzeitig gelbe Verfärbungen verhindert. The best of both worlds, sozusagen. Das Tolle daran ist, dass du nicht darauf angewiesen bist, welche Farbtöne für Kreidefarbe es im Baumarkt zu kaufen gibt. Du kannst dir einfach deinen Wunschfarbton kaufen oder sogar individuell im Farbmischcenter anmischen lassen und dann den Gips hinzugeben. Die Möglichkeiten zur Gestaltung sind also praktisch unendlich.

Wenn ich in einem hellen Farbton streichen möchte, verwende ich meistens eine Lack-Kombi, weil diese meiner Erfahrung nach etwas deckender ist. Wenn ich einen dunklen Farbton erzielen will, reicht mir aber auch einfache Wandfarbe. Die deckt auch erstaunlich gut, besonders in Kombination mit dem Gips. Hier lasse ich in der Regel auch den Holzisoliergrund weg, weil Verfärbungen bei dunkler Farbe eigentlich nie auftreten.

How To: Kreidefarbe selber mischen

Du füllst etwas Farbe deiner Wahl in einen Behälter – ich verwende dafür immer alte Gurkengläser oder Einmachgläser mit dichtem Verschluss. Darin kannst du die Farbe auch eine Zeit lang aufbewahren, ohne dass sie eintrocknet. Dann gibst du nach und nach Gips hinzu und rührst die Mischung gut um. Es ist sehr wichtig, dass keine Klümpchen entstehen, aber wenn du ordentlich umrührst, solltest du damit keine Probleme haben. Wenn du eine richtig deckende erste Schicht haben möchtest, gibst du so lange Gips hinzu, bis die Farbe eine cremige Konsistenz hat und nicht mehr vom Rührstäbchen tropft. Natürlich sollte sie auch nicht zu fest und bröselig sein, sonst kannst du sie nicht mehr gleichmäßig auftragen. Probiere hier einfach ein bisschen rum. Musst du nicht viel überdecken, reicht auch eine etwas weniger konzentrierte Farbmischung.

Das war’s auch schon. Jetzt kannst du mit dem Streichen beginnen. Meistens brauche ich zwei Schichten für ein gleichmäßig, vollständig deckendes Ergebnis.

Übrigens: Die selbst gemischte Kreidefarbe haftet so gut, dass du damit auch Glas anstreichen kannst! Ich habe sie schon mal für das Umgestalten einer alten Blumenvase verwendet.

Versiegelung von Gips-Farbe

Einen Nachteil hat die Gips-Farbe allerdings: Wegen der staubig-sandigen Oberfläche ist sie anfällig für Fingerabdrücke und andere Flecken. Dem kann man aber ganz leicht entgegenwirken, indem man die Gips-Farbe nach dem Anstreichen versiegelt. Ich verwende dafür immer einen transparenten, seidenmatten Klarlack*. Das Problem bei diesen Lacken ist nur, dass sie die Farbe etwas nachdunkeln lassen und (trotz “seidenmatt” im Namen) die Matte Optik der Kreidefarbe nehmen. Was bleibt, ist ein leicht glänzendes Finish. Deshalb möchte ich in Zukunft gerne mal ein mattes Wachs zur Versiegelung ausprobieren, da gibt es ja verschiedene Produkte speziell für Kreidefarbe.

Nachdem du die Farbe versiegelt hast, kannst du das Möbelstück problemlos mit einem nassen Lappen abwischen, oder ohne schlechtes Gewissen ein Glas Wasser darauf abstellen. Es ist jetzt also bereit für den Alltag.

Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere Beiträge

Ich bin Marina, 20 Jahre alt, und ich studiere Online-Redaktion in Köln. Wenn ich nicht gerade lerne oder mich mit Freunden treffe, durchstöbere ich Pinterest & Co auf der Suche nach neuen Interior Trends …

Keinen Beitrag mehr verpassen!