10 Dinge, die ich im ersten Semester gelernt habe

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Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, als ich zum ersten Mal das Gebäude meiner Hochschule betrat. Es war ein sonniger Tag Anfang 2019 und ich sollte mich einschreiben. In der Eingangshalle blickte ich verloren auf die Tafeln mit den Lageplänen und versuchte, den Raum aus der E-Mail wiederzufinden, die ich vor einigen Wochen von der Studienleitung geschickt bekommen hatte. 210, 211, 213 … Wo um alles in der Welt sollte bitte Raum 212 sein? Bestimmt zwei Minuten lang suchte ich sie planlos ab, bis mir das ganze schließlich zu peinlich wurde und ich zum Pförtner ging, um mir den Weg erklären zu lassen.

“Hier die Stufen runter, dann rechts, die Treppe hoch, bis in den zweiten Stock – Sie können auch den Aufzug nehmen – dann links, durch die Glastür und dann die erste Tür rechts.” 

Er blickte mich kurz fragend an, als wolle er sich vergewissern, dass ich seine Worte verstanden hatte. Ich wollte nicht noch einmal nachfragen und beschloss daher, einfach mein Glück zu versuchen und seinen Beschreibungen so lange zu folgen, wie ich sie noch in Erinnerung hatte.

Das ganze ist jetzt gut ein Jahr her. Zwei Semester habe ich inzwischen hinter mir und ich muss sagen, sie vergingen wie im Flug. Viele meiner anfänglichen Befürchtungen haben sich schon während dieser ersten Monate als unbegründet herausgestellt und obwohl es insgesamt wohl nicht mehr als 8 Monate Vorlesungszeit waren, habe ich das Gefühl, mehr gelernt zu haben, als jemals zuvor in der gleichen Zeit.

Weil ich mir vor Beginn meines Studiums so gut wie alle Erfahrungsberichte von Studenten aus höheren Semestern auf YouTube angeschaut habe, um mir ein Bild davon zu machen, was mich erwartete, dachte ich, dass ich mich diesen Leuten heute anschließe. Ich möchte meine Erkenntnisse mit dir teilen und dir damit hoffentlich helfen, dir deine Sorgen vor dem Studium zu nehmen. Denn eine Sache kann ich schon einmal vorwegnehmen: Die Studienzeit ist eine der schönsten in deinem Leben. Und du brauchst absolut keine Angst davor zu haben.

Also hier die 10 Dinge, die ich in meinem ersten Semester an der Hochschule gelernt habe.

1. Das mit dem Zurechtfinden wird leichter

So verloren ich mich an meinem ersten Tag auch gefühlt habe: es wird besser. Die Räume sind schließlich in der Regel immer dieselben und schon nach kurzer Zeit wirst du im Kopf haben, wie du am schnellsten von A nach B gelangst.

Irgendwann habe ich gelernt, die Lagepläne zu lesen und meistens trifft man auf dem Weg zum Raum auf Kommilitonen, mit denen man sich gemeinsam auf die Suche macht. An dieser Stelle ein kleiner Tipp von mir: vernetze dich schon vor Beginn deines Studiums mit deinen Kommilitonen (bei uns wurde direkt eine WhatsApp Gruppe erstellt, aber meistens ist der erste Schritt, auf Facebook zu schauen, ob dort eine Gruppe existiert). Dort verabreden sich die Leute (gerade in der ersten Woche) meistens dazu, sich morgens vor dem Gebäude zu treffen und gemeinsam auf Raumsuche zu gehen. Dort kannst du dich einfach anschließen und musst dich nicht völlig alleine zurechtfinden.

2. Du findest super schnell neue Freunde

Apropos Facebook Gruppen: Natürlich sind die super hilfreich, um die ersten Kontakte zu knüpfen. Aber für manche Studiengänge existieren keine und vielleicht hast du auch kein Facebook (mehr) und möchtest nicht extra dafür ein Konto erstellen. Da kann ich dich beruhigen. Du findest auch ohne soziale Medien super schnell neue Freunde. Dabei hilft es natürlich, wenn du offen auf Leute zugehen kannst.

Wenn du in dem Punkt bist wie ich und dir das nicht ganz so leicht fällt, mach dir immer wieder bewusst, dass alle anderen genau in der gleichen Situation sind wie du. Anders als in der Schule, kennt sich hier meistens wirklich NIEMAND. Also ist jeder auf der Suche nach Leuten, mit denen er in die Mensa gehen und neben denen er im Hörsaal sitzen kann. Ich habe schon bei der Einschreibung meinen Mut zusammengenommen und Michelle angesprochen – ein Mädchen aus meinem Studiengang, das ich zufällig im Aufzug getroffen habe. Somit hatte ich dann gleich jemanden, mit dem ich gemeinsam zum Ersti-Tag gehen konnte, wo wir dann gemeinsam weitere Leute angesprochen und die Gruppe “erweitert” haben.

3. Nichts ist so schwer, wie es am Anfang klingt

Ich sage es ganz ehrlich: Ich bin kein großer Freund vom Modulhandbuch. Grundsätzlich muss die Uni die interessierten Studenten natürlich darüber zu informieren, welche Inhalte im Studium auf sie warten. Irgendwie müssen sie sich ja ein Bild darüber machen können, ob der Studiengang zu ihnen passt. Aber als ich damals das Modulhandbuch durchgelesen habe (Fun fact: das war erst mitten im ersten Semester; vorher hatte ich mir nur auf der Website ein paar Infotexte durchgelesen), habe ich erst einmal Panik bekommen.

Besonders ein Modul, in dem wir HTML lernen sollten (das ist das dieser hacker-mäßig aussehende Code, aus denen Websites bestehen) hat sich für mich unmachbar angehört. Und tatsächlich entpuppte es sich als mein am wenigsten gemochtes Fach während der ersten beiden Semester, aber es kam nicht einmal halb so schlimm, wie ich es erwartet hatte. Das gilt übrigens auch für den Prozess der Einschreibung und weitere organisatorische Dinge, die im Studium auf dich zukommen werden. Du wirst dich super schnell an alles gewöhnen und merken, dass all die Sorgen, die du dir vielleicht im Voraus gemacht hast, sich als unbegründet herausstellen.

4. Lernen macht Spaß, wenn du herausfindest, was dich motiviert

In der Oberstufe war ich ein klassischer Vertreter der “ich muss nicht viel lernen” Fraktion. Meine Fächerwahl habe ich extra so getroffen, dass ich möglichst viele von den Themen im Abi hatte, mit denen ich mich ohnehin gern beschäftigte, beziehungsweise solche, die mir von ganz allein zugeflogen sind.

Im Studium hat sich das dann alles ein wenig geändert. Ich muss zugeben, dass ich aufgrund meiner Studiengangswahl immer noch deutlich weniger lernen muss, als ich es von meinen Freunden in anderen Studiengängen kenne und als ich es dementsprechend erwartet hatte. Trotzdem ist es ein Unterschied zur Schulzeit.

Ich musste erst wieder lernen, zu lernen.

Am Anfang hat mir auch das ein wenig Sorge bereitet. Weil ich es einfach schon gar nicht mehr von mir gewohnt war, habe ich mich dabei erwischt, wie ich mir selbst den Gedanken eingeredet habe: “Ich kann einfach nicht auswendig lernen”. Wie oft ich in meinem ersten Semester an meinem Gedächtnis gezweifelt habe, kann ich gar nicht sagen. Fakt ist jedoch, dass all das Quatsch ist. Jeder hat das Potential, gut in der Schule, in der Ausbildung oder im Studium abzuschneiden. Man muss sich nur dazu durchringen, sich ausreichend Zeit zum lernen zu nehmen. Und dass das nicht einmal langweilig oder frustrierend sein muss, habe ich im zweiten Semester erkannt.

Ich habe mir College Vlogs auf YouTube angesehen, Serien geschaut, in denen es zu einem großen Teil ums Lernen oder ähnliche Themen geht (‘Gilmore Girls’ & ‘Suits’) und Pinterest Boards zum Thema ‘Study’ gefolgt. Schon nach kurzer Zeit habe ich gemerkt, wie die Motivation ganz von alleine kam.

Lernen kann also durchaus Spaß machen, du musst nur herausfinden, was dich in das richtige Mindset versetzt und dir den nötigen Motivationsschub gibt, den du brauchst, um anzufangen. Denn seien wir mal ehrlich: eigentlich ist nur der Anfang ist das Schwerste an der Sache.

5. Das Studium ist mehr als Lernen

Aber gehen wir mal einen Schritt weg vom Lernen. Denn wenn mir während meines ersten Semesters eines am meisten klar geworden ist, dann das: Im Studium geht es nicht nur darum, einen Abschluss aufs Papier zu bringen. Es ist die Zeit in deinem Leben, in der du mit am unabhängigsten bist. Es ist eine Zeit voller Aufregung und Neuanfängen – und sicherlich auch eine, in der du immer wieder deine Komfortzone verlassen und über deinen eigenen Schatten springen wirst.

Du bekommst die einmalige Möglichkeit, einen Haufen neuer Leute kennenzulernen, eine neue Stadt zu erkunden, WG-Partys zu feiern und dich abends mit deinen Freunden in Bars zu treffen oder durch die Stadt zu streifen.

Außerdem bekommst du die Chance geboten, viele Veranstaltungen (wie tatsächlich interessante Vorträge), Weiterbildungsseminare außerhalb deines Faches, Unisport oder Sprachkurse zu besuchen. Und das meistens auch noch kostenlos!

Es liegt also ganz allein in deiner Hand, wie dein Studium letztendlich aussieht. Ob es nur aus den Vorlesungen und Prüfungen besteht, oder ob du auch das ganze Drumherum erleben möchtest, das diese Zeit meiner Meinung Nach erst richtig besonders macht.

6. Falls du pendelst: Such dir eine Beschäftigung!

Solltest du nicht zu den wenigen glücklichen gehören, die in einer Studentenstadt eine bezahlbare Wohnung ergattern, dann teilen wir beide wohl dasselbe Schicksal. Und das heißt Pendeln. Falls du, wie ich, mit der Bahn fährst und somit nicht automatisch durch das Autofahren beschäftigt bist, gebe ich dir hier einen gut gemeinten Rat: Nimm dir ein Buch mit, etwas zu Schreiben oder schnapp dir deine Lernsachen. Ich fahre jeden Tag gute anderthalb Stunden Bahn und habe anfangs immer noch versucht, mir die Zeit mit Musik oder Podcast hören zu vertreiben. Dadurch, dass ich am Hauptbahnhof umsteigen musste ging das auch ganz gut, aber mittlerweile fahre ich 40 Minuten durch und die Zeit zieht sich wie Kaugummi, wenn ich nicht aktiv etwas tue.

Also habe ich angefangen, die Zeit zu nutzen, die ich ohnehin absitzen muss. Ich habe auf der Bahnfahrt zur Uni die schwierigsten Vorlesungen des Tages vorbereitet und sie auf der Rückfahrt nachgearbeitet. Das hat mir nicht nur mehr Freizeit zu Hause eingebracht, sondern auch die Zeit viel schneller umgehen lassen. Denn wenn du dich aktiv beschäftigst und nicht passiv irgendwo zuhörst oder eine Serie schaust, kommst du in einen Workflow und bemerkst gar nicht, wie die Minuten verstreichen.

7. Nachbereitung erleichtert dein Leben

Wo wir schon beim Thema Nachbereiten sind: Fass dir ein Herz und tue es. Ich weiß, wie viel Überwindung es kostet, nach einem anstrengenden Tag von der Uni nach Hause zu kommen und einfach nur dem Drang nachgehen zu wollen, sich ins Bett zu kuscheln und den Rest des Tages entspannt am Handy zu verbringen. Und diese Pause hast du dir auch verdient!

Aber täglich eine halbe Stunde Stoff wiederholen wirken schon wahre Wunder.

Du bist noch in der Materie drin und kannst sie somit umso besser in deinem Gedächtnis verankern, wenn du direkt erneut durchgehst, was du noch nicht ganz verstanden hast. Das erspart dir in der Klausurenphase letztendlich den Nerven raubenden Berg an Lernstoff.

8. Nicht jeder hat das gleiche Stressempfinden

Wie oft habe ich mich mit meinen Kommilitonen unterhalten und mich im Nachhinein schlecht gefühlt, weil mir klar geworden ist, wie viel mehr sie neben dem Studium schaffen… Lernen, Sport, Nebenjobs. Das Studium allein war für mich, gerade in den ersten beiden Semestern, schon genug. Ich habe angefangen, mich mit ihnen zu vergleichen und nach und nach hat sich immer mehr der Gedanke eingeschlichen, dass irgendetwas mit mir nicht stimmt. Dass ich zu faul wäre, mich nur ein bisschen mehr anstrengen müsse. Alle anderen schafften es schließlich auch.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich für mich akzeptiert habe, dass nicht jeder Mensch das gleiche Stressempfinden hat. Manche Menschen ertragen es einfach besser, mit vielen Aufgaben konfrontiert zu sein, als andere.

Lass dich also bitte nicht verunsichern, wenn du das Gefühl bekommst, dass du weniger schaffst, als deine Kommilitonen. Finde heraus, welches deine goldene Mitte zwischen Produktivität und genug Zeit für dich ist und arbeite damit, ohne dich an anderen zu orientieren.

9. Abbrechen ist keine Schande

Man kann sich im Voraus nie ein wirklich realitätsnahes Bild des Studiengangs machen. Da kannst du dich noch so viel in Vorlesungen setzen und dir im Internet Beschreibungen des Studiengangs durchlesen. Letztendlich musst du ihn immer selbst ausprobieren, um zu wissen, ob es passt. Also gib dir zwei Semester Zeit, um dich einzuleben und herauszufinden, ob du wirklich Spaß am Studium hast und ob es das ist, was du erwartet hast.

Sollte es nicht so sein, wie erhofft: Ein Studienabbruch ist heutzutage wirklich keine Schande mehr. Und auch jeder Arbeitgeber wird dich verstehen, wenn du begründen kannst, weshalb die Inhalte letztendlich doch nicht zu dir gepasst haben.

10. Die Zeit vergeht wie im Flug

Sieben Semester hörten sich für mich anfangs nach einer halben Ewigkeit an. Aber schon das erste Semester verging wie im Flug und im Augenblick habe ich das Gefühl, dass es mit jedem weiteren Semester noch schneller geht. Also koste die Zeit so gut es geht aus. Viele behaupten ja, dass das Studium die schönste Zeit im Leben sei und ich kann diese Aussage gut nachvollziehen. Nutze die Freiheiten, die du jetzt hast und mache das beste aus jedem Semester, das dir noch verbleibt.

Titelbild: Christopher (@kismet) on Unsplash

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Ich bin Marina, 20 Jahre alt, und ich studiere Online-Redaktion in Köln. Wenn ich nicht gerade lerne oder mich mit Freunden treffe, durchstöbere ich Pinterest & Co auf der Suche nach neuen Interior Trends …

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